Das 31-jährige BSV-Urgestein Kaspar Arn bestritt gegen GC Amicitia seine 300. NLA-Partie. Der Kreisläufer wurde vor dem RTV-Match mit einem Präsent für sein Jubiläum noch geehrt. Mit immer professioneller und vorbildlich kämpferischer Einstellung ist Arn in jeder Beziehung ein absolutes Vorbild für seine Teamkollegen und Trainer.
Seine Feuertaufe in der höchsten Liga erlebte ‘Chäschpu’ im Alter von 19 Jahren. «Mein Debüt hatte ich im Jahr 2013 auswärts in der Maihofhalle Luzern gegen Kriens und da glückte mir in den letzten Sekunden gleich auch noch mein erster Treffer», erinnert sich der im Breitenrain aufgewachsene Berner noch sehr gut. In der Historie der ewigen Rangliste mit den meisten NLA-Auftritten belegt Arn hinter Leader Marcel Hess (550) den guten 75. Rang.
‘Chäschpu’ hat in seiner Karriere noch keinen Titel gewonnen. Im BSV-Dress stand er zwar 2015 und 2018 im Schweizer Cupfinal, doch beide Male ging dieser gegen Pfadi Winterthur mit 25:26 und 31:33 unglücklich verloren. Insgesamt hatten die Berner bisher fünfmal in einem Endspiel gestanden, konnten aber noch nie gewinnen.
Bezeichnet sich als Halbprofi
‘Chäschpu’ hat neben Handball einen Masterabschluss als Jurist und ist aktuell nirgends angestellt. «Die Doppelbelastung war zwar immer sehr anstrengend, sie hat mir aber auch gutgetan». Nun bereitet sich der Kreisläufer auf die Anwaltsprüfung vor, welche im Frühjahr 2026 beginnt. «Ich möchte mich nicht als Amateur bezeichnen, denn ich absolviere immer gleich viele Trainings wie ein Profi. Ich habe beim BSV zwar ein Anstellungsverhältnis, kann jedoch davon nicht ganz vom Lohn leben. Deshalb finde ich die Bezeichnung für meine Person als Halbprofi zutreffend». Um noch zu präzisieren: «Ausbildung, Arbeit und Sport unter einen Hut zu bringen waren nie ganz einfach».
Ein agiler Kreisläufer
Als Neunjähriger begann Arn in der Spitalackerhalle mit dem Handball. Mit seiner Körpergrösse ist er ein sehr beweglicher Kreisläufer. Er hat sich gegen die direkten Widersacher immer wieder dank seiner ausgezeichneten technischen Raffinesse durchsetzen können. Bis vor zwei Jahren wurde ‘Chäschpu’ noch regelmässig in der Defensive eingesetzt worden. Das neue Abwehrsystem hatte jedoch keinen Platz mehr für ihn. «Jetzt agiere ich aber nur noch als Spezialist in der Offensive.» Ihn hat das Spiel Mann gegen Mann schon immer sehr gereizt. In seiner bisherig langen Karriere von 13 Jahren hat Arn sechs Trainer erlebt. «Ich konnte von allen viel profitieren. Es ist aber interessant, wie unterschiedlich ihre Philosophien waren. Alle haben auf ihre Art einen wesentlichen Beitrag geleistet, mich zu einem Kreisläufer zu machen».
Text:
Jürg Jungi
Bild:
Nikolai Lehmann