Der Doyen der Schweizer Handball-Journalisten, Jürg Jungi, feiert am 2. Februar seinen 90. Geburtstag, wozu ihm die ganze Schweizer Handball-Öffentlichkeit herzlich gratuliert.
Das BSV-Ehrenmitglied ist eng mit dem Traditionsverein verbunden und hat die über 60-jährige Vereinsgeschichte aus der Nähe miterlebt und mitgeprägt. Ehemalige Sportjournalisten bezeichnen ihn als hilfsbereiten und stets gut gelaunten Berufskollegen, der in den früher recht grossen Mediendelegationen als Stimmungskanone galt. Vor 30, 40 Jahren, als Begriffe wie Digitalisierung und Social Media noch Fremdwörter waren, hatte der Handball abseits des Spielfeldes mehr heitere Komponenten als heute. Da wurde die Wartezeit auf einen Heimflug oft mit einem Jass verkürzt, und der leidenschaftliche Kartenspieler Jungi war dabei in seinem Element.
Jüre hat sich einen ausgezeichneten Ruf als „Chefstatistiker“ der Berner Handball-Landschaft erworben und bis heute behalten. In seiner beruflichen Aktivzeit hat er sich einen Namen gemacht als Autor „süffiger“ Geschichten in der Berner Zeitung, im Bund und in den Lokalnachrichten Gümligen. Von den zahlreichen Auslandreisen mit dem BSV und mit der Nationalmannschaft gibt es zahlreiche Anekdoten zu erzählen. In den späten 1970er und in den 1980er-Jahren wurden Handball-Titelkämpfe noch in A-, B- und C-Turnieren ausgetragen. Von den zahlreichen Auslandreisen zusammen mit Jüre ist mir die WM 1986 in Dortmund in Erinnerung geblieben.
Damals vertrat Jürg die Schweiz als Torhüter in einer Journalisten-Weltauswahl. Einige Jahre früher fand in Spanien eine B-WM statt, die unsere Nati im 2. Rang abschloss und sich für die Olympischen Spiele in Moskau qualifizierte. Im gleichen Turnier schlug die Nati die heutige Weltklasseformation Frankreich 17:16 und versenkte die Grande Nation in die Anonymität der C-Gruppe. Bei Zeitzeugen und Direktbeteiligten löste der Erfolg von Cartagena unbeschreiblichen Jubel und eine unvergessliche Siegesfeier aus.
Jürg Jungi lernte in seiner Karriere auch den Begriff Auf- und Abstieg kennen. In den späten 1990er-Jahren verschwand der BSV für vier Jahre in der NLB, aber der Schreiber mit dem Kürzel jj. blieb ihm trotzdem treu. Beim Comeback in die NLA und den damit verbundenen Festivitäten stand der Humorist an vorderster Front.
In den letzten zwei Jahrzehnten musste Jürg harte gesundheitliche Rückschläge verkraften. Er überwand aber mit eisernem Willen und der tatkräftigen Unterstützung seiner Gattin Susi eine hartnäckige Krankheit. Das ist vielleicht der wichtigste Sieg des BSV-Urgesteins.
Text:
Hans Hugentobler (ehem. Sportredaktor NZZ und langjähriger Freund und Weggefährte von jj.)
Bild:
BSV Bern